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Michael Schneidergestorben am 12. Februar 2025

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Geburt, Leben, Zeit, Tod.

Begrifflichkeiten mit denen wir leben, sie vielfach erleben, jedoch nie richtig einzuordnen wissen.
Ein Punkt bei dem bei Vielen von uns das weite Feld des Glaubens und den damit verbundenen Sichtweisen auf etwas was wir nicht fassen können, beginnt.
Schicksal ist ein Wort welches wir nur allzu oft aus der Perspektive des Beobachters verwenden. Mal berührt es uns mehr, mal weniger.
Einen Menschen zu verlieren mit dem man mehr als 35 Jahre befreundet war trifft mich persönlich sehr hart.
Noch einmal Kroatien mit „Lappenranda“, oder Ijsselmeer mit „Moana“ besegeln waren von Michi ausgesprochene Träume für die ihm hoffentlich noch bleibende Zeit.
In den vielen Stunden intensiver Gespräche mit Michi habe ich aber erkennen müssen wie seine Sicht auf Perspektiven sich langsam wandelte.
In dem Moment als er seinen geliebten „Spielplatz“ incl. Inventar mehr als Last und Bürde für Tanja und Tina sah als etwas wofür er noch brennt, war die imaginäre rote Linie der Hoffnung überschritten.
Dass Zeit nun eine immer bedeutendere Rolle spielen sollte war deutlich. Dass wir schlichtweg keine mehr hatten um Dinge gemeinsam anzugehen schmerzt umso mehr und ist kaum begreiflich.
Mit wem soll ich nun, die meist technischen, gerne auch kontroversen Debatten weiter führen die uns beiden immer so wichtig waren ?
Meinen Rat brauchst DU nun nicht mehr.
Deinen würde ich so gerne noch in Anspruch nehmen wollen . . .
Du wirst mir fehlen.
Als Arbeitskollegen sind wir uns mit Mitte 20 über die Füße gelaufen. Es war ein gerne genommenes und immer wiederkehrendes Ritual, den Teil unserer Vergangenheit und die damit verbundenen „schönen“ Erinnerungen wach zu halten und in Anekdötchen zu schwelgen.
Ich ertappe mich häufig dabei, kuriose, von Michi oder auch Jimi geprägte Wortschöpfungen für Gegenstände zu benutzen, die so nur Insider verstehen.
So banal es klingt, es werden neben den unzähligen anderen, immer weitere kurze Momente der Erinnerung bleiben.
Eine von vielen kleinen Facetten die einen Menschen ausgemacht haben den ich sehr geschätzt habe und dessen Leidensweg nun ein jähes, stilles Ende gefunden hat.

Ich hoffe du bist nun so frei wie ich es mir vorstelle und es dir wünschen würde.

Klaus